Wie Du Deine innere Ruhe findest und lernst, Dich zu spüren

Es gibt Zeiten, da rast der Alltag und es bleibt kaum eine freie Minute, die wir spontan füllen dürfen. Und wenn dann doch so ein Moment naht und wir über „freie Zeit“ verfügen, dann stehen wir da und haben keine Ahnung, was wir mit ihr anfangen sollen oder verbleiben in einem Zustand von innerer Unruhe und Anspannung. Sei es, dass wir uns selber unter Druck setzen, indem wir uns sagen, die Zeit müsste jetzt sinnvoll genutzt sein (was auch immer sinnvoll bedeutet…) oder sei es, dass wir schlicht nicht spüren, was uns freuen würde und gut täte. Wir fühlen uns dann irgendwie leer und verloren. Woran liegt das?

Ich glaube, dass es für viele eine Überforderung darstellt, von 100% Auslastung und Orientierung im Aussen nahtlos und problemlos in eine Ausrichtung überzugehen, die sich an den inneren Wünschen und Bedürfnissen orientiert.

Viele Menschen sind es gewohnt, ab dem Zeitpunkt des Aufstehens bis zum Zeitpunkt des Zubettgehens ihren Fokus im Aussen zu haben. Sie richten ihr Handeln und Tun permanent darauf aus, was das Aussen von ihnen scheinbar oder tatsächlich verlangt und vorgibt. Dabei kann diese permanente Ausrichtung im Aussen als absolut passend erscheinen, wenn der äussere Rahmen auch Aktivitäten beinhaltet, die man selber einplant und die einen interessieren und Spass bringen wie bspw. der Lesekreis am Abend, der wöchentliche Mädels/Jungsabend oder das in-Kontakt-sein mit Freunden über Facebook, Whatsapp & Co.. Und natürlich mögen all diese Aktivitäten auch tatsächlich Spass bringen oder sinnvoll und notwendig erscheinen, die Ausrichtung ist jedoch immer im Aussen und es kann rasch passieren, dass sich ein äusserer Rahmen etabliert, der nicht mehr hinterfragt oder nicht mehr auf Passung hin überprüft wird. Möchte ich denn jeden Freitagabend zum Lesekreis oder gehe ich da hin, weil ich da eben immer hingehe? Schaue ich heute die Tagesschau, weil sie mich interessiert und ich Lust dazu habe oder deshalb, weil ich das immer tue und das Gefühl habe, informiert sein zu müssen? Beantworte ich die Sms an die Freundin mit Freude und Lust oder weil ich denke, dass ich ihr eine Antwort schuldig bin? Surfe ich im Facebook, weil mich die Posts der anderen wirklich interessieren oder weil ich befürchte, etwas zu verpassen, wenn ich es nicht tue? Esse ich mit den Kollegen in der Kantine zu Mittag, weil mich die Gesellschaft anregt und beflügelt oder weil „alle anderen da auch hingehen“? Du siehst, worauf ich hinausmöchte:

Wenn der äussere Rahmen, so vielfältig und erfüllend er auch aussehen mag, nicht mehr hinterfragt wird und nicht an die momentane Befindlichkeit angepasst wird, dann erfolgt die Orientierung zu 100% am Aussen.

Wir Menschen sind Gewohnheitswesen – das hat die Natur für uns so eingerichtet und dient dazu, wertvolle Energie zu sparen, weil Informationen nicht beständig neu interpretiert werden müssen. So vorteilhaft dies ist, können sich doch auch Nachteile daraus entwickeln. Es kann geschehen, dass sich Bedürfnisse unbemerkt ändern – unbemerkt deshalb, weil man schlicht verlernt hat seine Bedürfnisse im „Aussenlärm“ wahrzunehmen. Wenn sich also Bedürfnisse ändern und der alte Trott aber beibehalten wird, dann kann es geschehen, dass sich dies irgendwann in Form von Beschwerden äussert. Erschöpfung, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Gereiztheit, Gefühlsausbrüche bis hin zu körperlichen Symptomen wie Schmerzen, Allergien, geschwächtes Immunsystem können die Folge sein. Spätestens dann lohnt es sich  hinzusehen und zu lernen, sein „Innen“ wieder wahrzunehmen.

Wer bin ich eigentlich? Was macht mich aus? Welche Wünsche und Bedürfnisse schlummern unbemerkt in mir? Welche Werte prägen meinen Alltag und kann ich noch dahinter stehen? Wo investiere ich meine Energie und welche Tätigkeiten und Aktivitäten füllen meine Energiedepots wieder auf? Passt mein äusserer Rahmen noch zu mir?

Der erste Schritt, die innere Ruhe und damit letztlich sich wieder zu finden, ist der, sich grundsätzlich wieder zu spüren und sich seinen Platz im eigenen Leben wieder zu geben. Zu Beginn fällt es vielleicht nicht einfach, sich obige und ähnliche Fragen zu beantworten. Auch das ist völlig normal, denn wer lange Zeit nicht in sich hineinspürt und sich nicht am Innen orientiert, dem erscheint die innere Stimme oft zunächst still. Durch die liebevolle und bewusste Ausrichtung nach innen, wird diese Stimme aber bald wieder zu sprechen beginnen. Und sobald Du Deine Stimme wieder hörst, weisst Du wie’s Dir geht, was Du brauchst und wo Du allenfalls den äusseren Rahmen anpassen kannst, damit er wieder besser passt. Wenn Deine Bedürfnisse gehört und erfüllt sind, dann stellt sich auch die innere Ruhe ein – Du fühlst Dich mit Dir verbunden und im Einklang.

Wie kannst Du jetzt konkret lernen, Dir wieder zuzuhören und Deine Bedürfnisse zu spüren?

Ich würde Dir für den Anfang folgende Übung vorschlagen:

  • Nimm Dir zweimal täglich je 10 Minuten Zeit und zieh Dich an einen Ort zurück, wo Du ungestört bist. Für die ersten 10 Minuten eignet sich dafür am besten der frühe Morgen.
  • Setze Dich ruhig hin und schliesse Deine Augen. Spüre Deinen Atem, wie er kommt und geht. Lass zu, dass Dein Körper sich mit jedem Atemzug weiter entspannt. Wenn Du magst, dann leg Deine Hände auf Dein Herz oder Deinen Oberbauch und spüre, wie Dein Atem Deinen Körper füllt. Stell Dir vor, wie Du mit jedem Atemzug Licht und Liebe in Deinen Körper atmest. Bleib eine Weile in dieser Vorstellung. Wechsle dann die Vorstellung, indem Du Dich an eine Situation in Deinem Leben erinnerst, die ein Gefühl von Liebe und Dankbarkeit in Dir hervorruft. Halte diese Situation so klar und deutlich wie nur möglich vor Deinem inneren Auge und lass die Gefühle in Dir hochkommen. Atme die Liebe und Dankbarkeit in jede Zelle Deines Körpers. Bleib eine Weile in dieser Vorstellung. Lass Dich tiefer in die Entspannung fallen. Sei einfach. Und dann spüre und lass alles zu, was sich zeigen möchte. Nimm wahr. Atme in die Wahrnehmung hinein und gib Dich ganz hin. Das ist Dein Innen – das, was jetzt grade wichtig ist. Lass Dir einen Moment Zeit und verbleibe bei Deinem Spüren und wahrnehmen. Tauch dann langsam wieder an die Oberfläche, atme ein paarmal tief durch und starte in den Tag. Wenn Du magst, notiere Dir, was Du wahrgenommen hast.

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Alles Liebe für Dich!